2008

Vorsperre 

Juni August Oktober November
Dezember      
Juni

Vorsperre am 28.06.2008

Vorsperre am 28.06.2008

Vorsperre am 28.06.2008

Vorsperre am 28.06.2008

Vorsperre am 28.06.2008

Vorsperre am 28.06.2008 Vorsperre am 28.06.2008

Vorsperre am 28.06.2008

Mittwoch, 16. Juli 2008
(Sächsische Zeitung)

SZ vom 16.07.2008

Die Vorsperre aus der Vogelperspektive. Die Baustellen hier gehen jetzt alle in die Endphase. Ab Oktober sollen die Sperre und der Tunnel, der von hier an das untere Ende der Hauptsperre Klingenberg führt, funktionstüchtig sein. Wenn das ganze System dann den Probebetrieb besteht, kann kommendes Jahr die Hauptsperre saniert werden. Foto: Egbert Kamprath 

 

Endspurt an der Vorsperre Klingenberg
Von Franz Herz

Ein halbes Dutzend Teilbaustellen laufen an der Vorsperre für die Talsperre Klingenberg. Sie müssen alle bis Oktober fertig werden. „Wir liegen gut im Zeitplan“, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für das Projekt verantwortlich ist. Im Herbst soll noch der Probebetrieb beginnen. Dann muss sich zeigen, ob alles bereit ist für die große Sanierung der Talsperre im kommenden Jahr. Wenn der Hauptschritt bei der Sanierung der Talsperre Klingenberg beginnt, muss erstens die Vorsperre einen Teil des Trinkwassers für Dresden liefern und zweitens muss die Umleitung des Weißeritzwassers um die Hauptsperre funktionieren. An folgenden Punkten wird noch gebaut.

Der Damm ist fertig aufgeschüttet, nur am Überlauf fehlt noch ein Abschnitt. Hier wird aber kein Damm errichtet. „Da wird jetzt noch eine Wand betoniert“, sagt Humbsch. Der Überlauf wird wegen seiner Form auch als Entenschnabel bezeichnet.

An der Ostseite der Vorsperre beginnt der obere Einlauf zum Hochwasserentlastungsstollen. Er ist fast fertig. Später wird eine Stahlkonstruktion von 40 Zentimeter Stärke den Stollen nach obenhin verschließen. Bei leichtem Hochwasser wird sie nach oben gerollt und lässt das Wasser durch die drei Kilometer lange Röhre an der Hauptsperre vorbei fließen. Bei schwerem Hochwasser, wenn der ganze Tunnel voll Wasser läuft, kann das aus technischen Gründen nicht von oben gesteuert werden, sondern vom Auslauf am unteren Ende.

Der Schieberturm entsteht derzeit. Noch ragt er in die Höhe. Wenn die Vorsperre erst aufgestaut ist, führt darin eine Treppe zehn Meter in die Tiefe. In diesem Turm münden die zwei Wasserleitungen, die während der Leerung der Hauptsperre durch den Stollen die Wasserwerke Klingenberg und Coschütz mit Rohwasser versorgen.

Oberhalb des Einlaufs wird ein Betriebsgebäude errichtet. „Derzeit laufen die Arbeiten an dem Fundament dafür“, informiert Humbsch. Von diesem Haus aus wird später die Vorsperre automatisch überwacht. Außerdem lässt die Talsperrenverwaltung hier ein Notstromaggregat mit Gasantrieb einbauen. Dafür wird ein Tank in die Erde vergraben. Es garantiert die Funktion der Technik auch dann, wenn die Stromversorgung über die Leitungen ausfallen.

Zwei Betriebsstraßen führen zu den beiden Seiten des Vorsperrendamms. Die Straße auf der Ostseite liegt so hoch, dass sie auch bei einem vollen Aufstau der Vorsperre außerhalb des Wassers bleibt. Über sie erreichen auch die Waldarbeiter ihre Flächen an der Talsperre. Die Straße auf der Westseite liegt tiefer und kann deswegen überschwemmt werden (S. Ziffer 7).

Spundwände schützen bisher die Baustelle am Tunneleinlauf vor einer Überflutung. Sie werden voraussichtlich in zwei Wochen herausgezogen. Auch die Baustraße, die jetzt mitten im Stauraum der Vorsperre aufgeschüttet wird, wird bis September wieder abgebaggert. Es geht dann auch darum, möglichst viel Raum für das Wasser zu schaffen.

Auf der Westseite der Vorsperre verläuft im Normalfall ein Weg am Ufer. Nächstes Jahr muss die Vorsperre aber Aufgaben der Hauptsperre mit übernehmen, wenn diese geleert wird. Dann steht das Wasser in der Vorsperre so hoch wie möglich und der Weg wird in dieser Zeit überschwemmt. Das kann auch später einmal passieren, wenn ein Hochwasser kommt.

Die Vorsperre aus der Vogelperspektive. Die Baustellen hier gehen jetzt alle in die Endphase. Ab Oktober sollen die Sperre und der Tunnel, der von hier an das untere Ende der Hauptsperre Klingenberg führt, funktionstüchtig sein. Wenn das ganze System dann den Probebetrieb besteht, kann kommendes Jahr die Hauptsperre saniert werden. Foto: Egbert Kamprath

 

SZ vom 18.07.2008

SZ vom 18.07.2008

August

SZ vom 13.08.2008

Vorsperre bald fertig

Klingenberg
Die Bauarbeiten an der Vorsperre zur Talsperre Klingenberg gehen in ihre letzte Phase, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für das Projekt verantwortlich ist. In sechs Wochen sollen alle Arbeiten an der Vorsperre abgeschlossen sein, sowohl am Damm der Sperre als auch am Einlauf zum Tunnel, der an der Talsperre entlang führt. (SZ/fh)

 

SZ vom 29.08.2008

Wilde Weißeritz erwartet Probehochwasser
Von Franz Herz

In wenigen Wochen wird die Wilde Weißeritz randvoll durch Klingenberg und Freital strömen. Das Hochwasser, wird aber von Menschen verursacht. Es wird einer der Höhepunkte des Probebetriebs an der Talsperre Klingenberg.

Im September enden die Bauarbeiten an Vorsperre und Tunnel, Mitte Oktober beginnt der Testbetrieb, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung (LTV) für die Sanierung der Klingenberger Sperre verantwortlich ist. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren.

Alles, was bis jetzt gebaut ist, muss einwandfrei funktionieren. Wenn kommendes Jahr die Hauptsperre geleert werden soll, um ihre Mauer zu sanieren. Dann fällt die Klingenberger Sperre als Reservoir für die Wasserwerke Dresden-Coschütz und Klingenberg aus. Das Wasser für mehr als eine halbe Million Leute kommt 2009 aus den Talsperren Lichtenberg und Lehnmühle sowie aus der Vorsperre. Durch den Tunnel wird es zu den Wasserwerken geleitet.

„Die Bauarbeiten an der Vorsperre Klingenberg liegen alle im Zeitplan“, informiert Michael Humbsch. Das heißt, Ende September werden sie fertig. Kurz danach beginnen die Tests. Zu ihrer Überwachung arbeitet eine eigens gebildete Probestaukommission mit Fachleuten der Talsperrenverwaltung und der Landesdirektion, dem bisherigen Regierungspräsidium. „Es gibt ein genaues Programm mit den einzelnen Punkten“, sagt Humbsch.

Seit 2002 das erste Mal gefüllt

Zuerst staut die LTV die Vorsperre an. Das wird am 13. Oktober beginnen, wie Staumeister Andreas Wendt informierte. Voraussichtlich dauert es 14Tage, bis das Becken gefüllt ist – zum ersten Mal wieder, seit 2002 die Augustflut den Damm zerstört hat. Die Fachleute wollen dann auf viele Fragen ihre Antworten. Halten Damm und die Bauwerke dicht? Bleiben die Böschungen stabil oder setzt sich die Erde irgendwo, wenn sie durchnässt wird?

Fallen die Antworten so aus, wie es sich die Planer vorstellen, folgt der nächste Schritt. Die Vorsperre selbst und ihr Überlaufbauwerk kommen an die Reihe. Die Staumeister lassen in kurzer Zeit einen Wasserschwall mit 38 Kubikmetern pro Sekunde in die Hauptsperre. An einem normalen Tag wie dem Dienstag dieser Woche fließen 0,05Kubikmeter pro Sekunde aus der Talsperre in die Wilde Weißeritz. Der Schwall, der bei dem Test aus der Vorsperre kommt, ist 760-mal so kräftig.

Bach wird zum Strom

Danach muss erst einmal die Vorsperre wieder aufgefüllt werden, ehe der Höhepunkt des Testbetriebs beginnt. Bis zu diesem Zeitpunkt merkt niemand außerhalb der Baustelle etwas von dem laufenden Probebetrieb. Doch voraussichtlich Anfang November müssen sich die Anlieger der Wilden Weißeritz auf einige kleine Fluten in dem Fluss einstellen.

Dann wird der Tunnel durchgetestet. Es wird Probeläufe mit halber Füllung geben. Dann fließen 18Kubikmeter in der Sekunde durch. Aber einmal ist auch vorgesehen, so viel Wasser strömen zu lassen, wie das Bett der Weißeritz fassen kann, ohne Schaden anzurichten – das sind 30Kubikmeter in der Sekunde. „Vorher werden alle Anlieger angeschrieben und informiert“, sagt Humbsch. Die Arbeiten an Baustellen am Fluss müssen in dieser Zeit eingestellt werden. Und: Das Probehochwasser kann für nicht Informierte überraschend kommen Zwei Stunden soll der Fluss randvoll strömen.

SZ vom 29.08.2008

SZ vom 29.08.2008

Hier beginnt der Tunnel an der Vorsperre in Klingenberg, darüber entsteht das Betriebsgebäude.

Fotos: Egbert Kamprath

Sven Clausnitzer (li.) und Henri Köhler vom Metallbau Voigt aus Reichstädt arbeiten an der Lüftung für den Einlauf zum Tunnel an der Vorsperre Klingenberg. Während hier die letzten Bauarbeiten ihrem Ende zu gehen, bereitet die Talsperrenverwaltung den Probebetrieb für die Vorsperre und den Tunnel an der Talsperre Klingenberg vor. Er beginnt Mitte Oktober.

 

Amtsblatt der Stadt Tharandt 01.10.2008

Amtsblatt der Stadt Tharandt

Die Funktionsproben werden am 04.12. und 09.12.2008 durchgeführt.

 

Donnerstag, 2. Oktober 2008
(Sächsische Zeitung)

Die Vorsperre bekommt wieder Wasser
Von Franz Herz

Diese Woche haben die Bauarbeiter die Schalung vom Überlauf an der Vorsperre zur Talsperre Klingenberg entfernt. Damit ist der komplette Staudamm fertig, informierte Michael Humbsch, der bei der Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung der Talsperre Klingenberg verantwortlich ist. Vom 13.Oktober an soll die Vorsperre wieder aufgestaut werden.

Vorher wird noch das Innere des Staubeckens aufgeräumt. Vieles ist schon weg. Die Dämme, auf denen in den letzten Jahren die Baufahrzeuge fuhren, sind abgebaggert. Derzeit schneiden Mitarbeiter der Landschaftsbaufirma Seiffert aus Oberfrauendorf die Büsche und Kräuter weg, die sich in den letzten Jahren dort angesiedelt haben. „Wir müssen die Biomasse entfernen“, sagt Humbsch. Denn die Vorsperre wird ab kommendem Jahr das Trinkwasserreservoir für Dresden. Da dürfen nicht irgendwelche Pflanzenreste zurückbleiben und verfaulen. Das würde die Wasserqualität senken.

Trinkwasservorrat wird gebildet

Dann wird die Vorsperre zum ersten Mal seit dem August 2002, als die Flut die Staumauer der Vorsperre zerstörte, wieder gefüllt. „Es wird zwei, drei Tage dauern, bis die normale Stauhöhe erreicht ist“, schätzt Humbsch. Das Wasser bleibt dann 14 Tage stehen. Fachleute beobachten die gesamte Umgebung. „Wir müssen wissen, ob alles so funktioniert, wie wir das geplant haben“, sagt Humbsch. Vermesser werden beispielsweise am Ufer kontrollieren, ob die Erde sich setzt oder rutscht.

Wenn sich dabei keine Probleme ergeben, wird weiter gestaut auf die maximale Stauhöhe. Dann ist auch der Weg, der westlich an der Vorsperre vorbei führt, überschwemmt. Auf diese Höhe wird die Vorsperre in den Jahren 2009 und 2010 gestaut. In dieser Zeit muss von hier aus Dresden mit Trinkwasser versorgt werden. Dafür ist genug Vorrat erforderlich.

Funktioniert das alles, läuft das Testprogramm gleich weiter. Dann werden vor allem die Anlieger der Wilden Weißeritz auch etwas mitbekommen. Die Staumeister werden den Wasservorrat aus der Vorsperre nutzen, um den Hochwasserentlastungsstollen zu testen. Wenn die Wassermassen durch den Tunnel strömen, hat das auch für den Unterlauf der Wilden Weißeritz ein kurzzeitiges Hochwasser zur Folge.

Test mit Alarmstufe

Darüber hat die Talsperrenverwaltung auch schon die Gemeinden entlang der Weißeritz informiert. „Wir haben das an die Anlieger im Tal weitergegeben. Eine Alarmstufe für die Feuerwehr werden wir dann auch ausrufen“, sagte der Bürgermeister von Dorfhain, Olaf Schwalbe (CDU).

In einem ersten Lauf, der für Ende November/Anfang Dezember geplant ist, fließen 18Kubikmeter pro Sekunde durch den Stollen. Das ist genau die Menge, die mit dem oberen Tor noch zu regulieren geht.

Fließt mehr Wasser durch, dann lässt sich das nur noch vom unteren Tunneltor her mit dem sogenannten Drucksegment steuern. Das wird im zweiten Lauf getestet, stattfindet, dann mit 30 Kubikmetern in der Sekunde. „Damit werden wir Hochwasseralarmstufe eins erreichen“, sagt Humbsch.

Die Bauleute haben danach noch bis zum kommenden Jahr Zeit, weitere Details zu prüfen und Feinarbeiten zu erledigen. Dann müssen sie aber fertig sein. Denn alles, was jetzt um die Talsperre Klingenberg herum gebaut wird, der Entlastungsstollen und die Vorsperre, dient dazu, die Hauptsperre zu ersetzen, wenn diese für die Sanierung komplett geleert wird. Und das ist für Herbst 2009 geplant.

 

SZ vom 02.10.2008

Der Kran hebt die Verschalungen vom Überlaufbauwerk an der Vorsperre Klingenberg weg. Bald beginnt der Einstau.

Hier wird bald wieder das Wasser der Vorsperre Klingenberg stehen. Bevor es aber angestaut werden kann, sind Torsten Flemming vom Oberfrauendorfer Landschaftsbauunternehmen Seiffert und seine Kollegen mit Motorsense und Säge unterwegs, um das Areal von Gestrüpp, Sträuchern und Bäumen zu befreien. Weil die Vorsperre auch zur Trinkwasserversorgung dient, muss der Untergrund vor dem Einstau sauber sein. Fotos: Egbert Kamprath (2)

SZ vom 02.10.2008
Vorsperre am 11.10.2008  
Vorsperre am 11.10.2008 Vorsperre am 11.10.2008
Vorsperre am 11.10.2008 Vorsperre am 11.10.2008
Vorsperre am 11.10.2008 Vorsperre am 11.10.2008
Vorsperre am 11.10.2008 Vorsperre am 11.10.2008
Vorsperre am 11.10.2008 Vorsperre am 11.10.2008
Vorsperre am 11.10.2008 Vorsperre am 11.10.2008

Vorsperre am 11.10.2008

 

SZ vom 18.10.2008

SZ vom 18.10.2008

Vorsperre am 19.10.2008

Vorsperre am 19.10.2008

Vorsperre am 19.10.2008 Staumenge ca. 70.000 m³

Vorsperre am 19.10.2008

Vorsperre am 19.10.2008

Vorsperre am 19.10.2008

Vorsperre am 19.10.2008

Vorsperre am 19.10.2008

Vorsperre am 19.10.2008

Vorsperre am 19.10.2008

November

Montag, 10. November 2008
(Sächsische Zeitung)

Test der Vorsperre Klingenberg läuft ohne Probleme

Klingenberg

Keine Schwierigkeiten ergab bisher der Probestau der Vorsperre zur Talsperre Klingenberg. Seit über zwei Wochen steht der Wasserspiegel auf der normalen Höhe, wie sie für den Dauerbetrieb vorgesehen ist. „Mir sind bisher keine Probleme zu Ohren gekommen“, sagt Michael Humbsch, Projektverantwortlicher für die Sanierung der Klingenberger Sperre bei der Talsperrenverwaltung.

Vermesser kontrollieren die gesamte Umgebung der Sperre, den Damm und das Überlaufbauwerk, ob sich irgendwo der Boden setzt oder andere ungeplante Änderungen ergeben. Am heutigen Montag tritt die Probestaukommission zusammen, wertet die bisherigen Resultate aus und entscheidet über den Start der zweiten Staustufe.

Bei dieser kommen 200000Kubikmeter Wasser dazu und die Vorsperre wird randvoll angestaut. Dabei wird auch die Straße auf der Westseite der Vorsperre überflutet und der Wasserspiegel reicht bis zum Hochwasserüberlauf. So hoch wird der Wasserstand bei Hochwasser oder im kommenden Jahr sein, wenn die Hauptsperre völlig geleert wird. Dann kommt das Rohwasser, welches in Coschütz zu Trinkwasser für Dresden aufbereitet wird, aus der Vorsperre. (SZ/fh)

 

Bilder vom Vollstau am 16.11.2008 - Staumenge ca. 240.000 m³

der Entenschnabel

der Entenschnabel

 

der Entenschnabel

Blick zum Entenschnabel

Blick auf den Damm

Blick in Richtung Einlauf - ehemalige Pegelmessung

am Weg zum Damm aus Richtung Einlauf - Blick nach links

am Weg zum Damm aus Richtung Einlauf - Blick nach rechts

am Einlauf

 

erste Winterimpressionen

der Zulauf

Pegelmessung

Pegelmessung

Blick zum Tunneleingang

Blick zum Damm mit Entenschnabel

der Überlauf

der Überlauf

 

der Überlauf

Blick Richtung Zulauf

 

Donnerstag, 27. November 2008
(Sächsische Zeitung)


Nachrichten

Weißeritz wird in den kommenden Tagen voller

Am kommenden Donnerstag müssen Anlieger der Vereinigten Weißeritz mit einem erhöhten Wasserstand rechnen. In den Tagen zuvor werde der Fluss schnell ansteigen, kündigte das Umweltamt an. Grund sei ein geplanter Wasserablass aus der Talsperre Klingenberg. Eine Hochwassergefahr bestünde zwar nicht. Dennoch sollten Eltern ihre Kinder ermahnen, vorsichtig zu sein. (SZ)

 

Freitag, 28. November 2008
(Sächsische Zeitung)

SZ vom 28.11.2008

Das neue Stollen-Bauwerk ist fertig
Von Regine Schlesinger und Maik Brückner

Genau 13.25 Uhr war es gestern soweit: Sachsens Umweltmister Frank Kupfer und die Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois (beide CDU) öffneten per Knopfdruck das über vier Meter hohe Stahltor am unteren Ende des neuen Hochwasserentlastungsstollens der Talsperre Klingenberg. Sekunden später schoss das Wasser aus dem Rohr heraus und landete in der Wilden Weißeritz. Das kühle Nass stammt aus der Vorsperre.

Wichtiges Wasserreservoir

Im Laufe des kommenden Jahres wird das große Wasserfass für Freital und Dresden, die Hauptsperre, saniert. „Das ist eine besondere Baustelle“, sagt Kupfer. Denn diese Talsperre versorgt 375000 Menschen mit Wasser. Um die Staumauer zu sanieren, muss der Stausee abgelassen werden. Das Wasser wird dann nur noch aus der wesentlich kleineren Vorsperre entnommen, in den gestern offiziell in Betrieb gegangenen Stollen geleitet und via Wilde Weißeritz seinen Weg Richtung Dresden-Coschütz nehmen. Hier wird das Roh- zu Trinkwasser aufbereitet.

Der parallel zur Talsperre in den Fels getriebene Stollen dient allerdings nur zeitweise als überdimensionale Wasserleitung. Seine eigentliche Aufgabe ist es, bei Hochwasser die Talsperre zu entlasten. Dann kann er bis zu 20000 Kubikmeter Wasser aufnehmen und sicher um das Stauwerk herumleiten. Dadurch sollen Schäden vermieden werden, wie sie die Augustflut 2002 angerichtet hat. Mit schweren Stahltoren am Ein- und Auslauf des Tunnels steuern die Stauwärter den Wasserstrom.

Geplant war die Sanierung der Stauanlage, die dem Hochwasserschutz und der Stromgewinnung dient, bereits vor der Flutkatastrophe. Danach mussten die Pläne überarbeitet werden. Nach der Sanierung soll die Talsperre auch solchen Wassermassen wie denen von 2002 standhalten können.

Test beginnt im Dezember

Ob der Tunnel seine Funktion erfüllt, wird der Bauherr, die Landestalsperrenverwaltung (LTV), voraussichtlich ab 4. Dezember testen. Zu diesem Zweck wird seit Mitte Oktober die bereits sanierte Vorsperre angestaut. Bei diesem Funktionstest fließen in der Sekunde bis zu 18 Kubikmeter Wasser aus dem Stollen in den Fluss, Mitte Dezember sollen es kurzzeitig auch mal 30 Kubikmeter sein, was für ein kleines Hochwasser sorgt. „Die Anlieger müssen aber nicht mit Überschwemmungen rechnen“, versichert LTV-Sprecherin Katrin Schöne. Zwar kann der Pegel der Wilden Weißeritz auf bis zu 1,20 Meter ansteigen. Das sei aber noch nicht einmal Alarmstufe eins. „Diese Wassermengen kann das Gewässerbett aufnehmen“, sagt Schöne.

Noch keinen genauen Termin gibt es fürs Ablassen der Hauptsperre. Anvisiert ist der Herbst 2009. Erst wenn der Stausee leer ist, können die Bauleute die Mauer der Hauptsperre sanieren. Derzeit sind noch rund fünf Millionen Kubikmeter Wasser angestaut, zehn Millionen weniger als üblich.

SZ vom 28.11.2008

 

Nach dreijähriger Bauzeit floss gestern erstmals Wasser durch den Hochwasserentlastungsstollen an der Talsperre Klingenberg in das Bett der Wilden Weißeritz unterhalb der Talsperren-Staumauer. Tunnelpatin Andrea Dombois und Sachsens Umweltminister Frank Kupfer drückten gemeinsam auf den Startknopf, der den großen Schieber öffnete. Fotos: Egbert Kamprath

 

Freitag, 28. November 2008
(Sächsische Zeitung)

Bauleute nehmen ihre Arbeit ernst
Maik Brückner
Von Brueckner.Maik@dd-v.de

über die Fertigstellung des Stollens an der Talsperre Klingenberg

Sachsen hat seine Lehren aus dem Hochwasser 2002 gezogen. An vielen Orten werden Stützwände erneuert, Rückhaltebecken gebaut oder Talsperren saniert. Das Vorhaben in Klingenberg ist mit 64 Millionen Euro wohl eines der größten Projekte. Gestern konnte mit der Inbetriebnahme des Stollens ein wichtiger Bauabschnitt abgeschlossen werden. Und das wurde gefeiert. Zu Recht, denn die Bauleute haben eine gute Arbeit abgeliefert. So gab es während der dreijährigen Bauzeit keine größeren Pannen, lobte der Chef der Landestalsperrenverwaltung.

Den Bauleuten ist zu wünschen, dass das so bleibt, schließlich leisten sie eine wichtige Arbeit. Denn die Talsperre sichert nicht nur die Wasserversorgung in großen Teilen Dresdens und im Ex-Weißeritzkreis ab, sondern sie soll bei Hochwasser Schutz bieten. Wie ernst die Bauleute ihren Job nehmen, zeigte sich gestern. Die Feier war noch nicht zu Ende, da nahm die Baufirma ihre Arbeit schon wieder auf.

 

Dezember

 
sz-exklusiv
Montag, 1. Dezember 2008

Erster Härtetest: Probeflutung an Talsperre Klingenberg

Nach fast drei Jahren Bauzeit soll die Talsperre Klingenberg (Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge) einem ersten Härtetest unterzogen werden.

Klingenberg/Pirna - Die Pegelstände unterhalb der Talsperre sollen am Donnerstag zwischen 7.00 und 18.00 Uhr bis zu 1,20 Meter ansteigen. Für zwei Stunden würden maximal 18 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgegeben, gleichzeitig fließen aus der Talsperre Lehnmühle 15 Kubikmeter, teilte die Landestalsperrenverwaltung am Montag in Pirna mit. Das Flussbett der Weißeritz könne das Wasser aufnehmen, Überschwemmungen seien nicht zu erwarten.

Die Probeflutung soll den neuen Hochwasserentlastungsstollen testen. An der ebenfalls neuen Vorsperre gibt es zudem einen Probestau. Nach Auswertung aller Ergebnisse werde über weitere Tests entschieden, hieß es.

Die Talsperre wird seit 2005 umfassend saniert, nachdem sie fast ein Jahrhundert lang ununterbrochen in Betrieb war. Das Hochwasser im August 2002 hatte die Hochwasserentlastungsanlage schwer beschädigt und die Vorsperre zerstört. 2009 soll die Talsperre „abgestaut“ werden, um Instandsetzungen an der Hauptsperre zu ermöglichen. Die bis bis 2011 dauernden Sanierungsarbeiten kosten 64 Millionen Euro. (dpa)

 

Freitag, 5. Dezember 2008
(Sächsische Zeitung)


Klingenberg: Vorsperre wird komplett geleert

Klingenberg. Der Wasserspiegel der Vorsperre der Talsperre Klingenberg sank gestern beim ersten Belastungstest für den Stollen um 70 Zentimeter. Erst ließ Staumeister Andreas Wendt fünf, dann neun und schließlich 18 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Stollen fließen. Dies lief ohne Probleme, wie der Projektverantwortliche bei der Landestalsperrenverwaltung, Michael Humbsch, informierte. Zwölf Mitarbeiter überwachten den Testlauf.

Jetzt wird die Vorsperre übers Wochenende komplett geleert. Am Montag ist eine Begehung der Vorsperre und des gesamten Stollens geplant. Zeigen sich auch dabei keine Probleme, folgt nächsten Donnerstag der zweite Test, dann mit deutlich mehr Wasser. 30Kubikmeter pro Sekunde werden durch den Stollen geschickt. (SZ(fh)

 

Donnerstag, 11. Dezember 2008
(Sächsische Zeitung)


Test im Tunnel: Weißeritz führt Hochwasser

Klingenberg. Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) startet heute den zweiten Testlauf für den Hochwasserentlastungstunnel an der Talsperre Klingenberg. Die heiße Phase des Tests ist zwischen 10 und 12Uhr geplant. Dann sollen 30 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Tunnel fließen. Es wird etwa zwei Stunden dauern, bis das Wasser Freital erreicht, informierte Michael Humbsch, bei der LTV für das Projekt verantwortlich.

Damit wird in der Weißeritz unterhalb der Talsperre der Wasserspiegel um einen bis 1,60Meter steigen. Dabei wird die Hochwasseralarmstufe erreicht. Wanderwege direkt am Ufer können überflutet werden. Um die nötige Wassermenge in der Vorsperre zu bekommen, wird aus der Talsperre Lehnmühle zusätzlich Wasser abgegeben. (SZ/fh)

Hochwasser am 11.12.2008 gegen 12:30 am Wasserkraftwerk Dorfhain Vergleichsansicht

Hochwasser am 11.12.2008 gegen 12:30 am Wasserkraftwerk Dorfhain Vergleichsansicht

Hochwasser am 11.12.2008 gegen 12:30 am Wasserkraftwerk Dorfhain Vergleichsansicht

Freitag, 12. Dezember 2008
(Sächsische Zeitung)

Reißender Strom kommt aus dem Tunnel
Von Franz Herz

Zwei Stunden lang hat die Wilde Weißeritz unterhalb der Talsperre Klingenberg gestern Hochwasser geführt. Die Staumeister testeten den neuen Tunnel, der an der Sperre entlang führt, zum zweiten Mal. Ab 10 Uhr ließen die Talsperrenmitarbeiter rund 30Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die Röhre rauschen. Das ging an die Grenze dessen, was der Tunnel insgesamt fassen kann.

An die Aktion hatten sich die Verantwortlichen gewagt, nachdem ein erster Test vergangenen Donnerstag gut verlaufen ist. Damals flossen 18 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Tunnel. Dann dauerte die Auswertung bis Dienstag, wie Michael Humbsch informierte. Er ist bei der Landestalsperrenverwaltung für die Sanierung der Talsperre verantwortlich.

Die Vorsperre wurde übers Wochenende völlig geleert. Am Montag gab es eine Begehung mit Mitarbeitern der Baubetriebe und der Talsperrenverwaltung. Sie schritten die Vorsperre ab und durch den Tunnel. Dabei stellten sie fest, dass der erste Test keine Schäden verursacht hat. „Alle Messwerte während des Probebetriebs lagen in dem Rahmen, den die Planer vorher gesagt hatten“, informierte Humbsch. Also gab es grünes Licht für den zweiten Testlauf gestern.

Die Weißeritz schwoll daraufhin mächtig an. Kurz nach 10 Uhr stieg der Pegel in Klingenberg von 20 Zentimetern binnen Minuten auf 1,50Meter. Das Geräusch von rollenden Steinen im Flussbett, das viele noch aus Flutzeiten in Erinnerung haben, war zu hören. Bei Dorfhain überflutete die Weißeritz eine Wiese. Aber die Wassermenge war so berechnet, dass keine Schäden auftraten. Von heute an läuft die Auswertung dieser Proberunde. Das Testprogramm an der Vorsperre und am Hochwasserentlastungstunnel geht danach weiter bis ins kommende Jahr hinein. So wird noch die Absperrung von der Vor- zur Hauptsperre Klingenberg überprüft. „Dafür wäre es günstig, wenn die Sperre gefroren wäre“, sagte Michael Humbsch.

SZ vom 12.12.2008

Hier tost das Wasser aus dem Tunnel an der Talsperre Klingenberg. Jede Sekunde kommen 30 Kubikmeter angeschossen. Das geht an die Grenze dessen, was der Tunnel fassen kann. Einige Schaulustige waren gekommen, um sich dieses Ereignis vor Ort anzusehen. Foto: E. Kamprath

Freitag, 19. Dezember 2008
(Sächsische Zeitung)

Stollen besteht Test

Über den Probebetrieb an der Talsperre sprach die SZ mit Michael Humbsch von der Talsperrenverwaltung.

Herr Humbsch, was ergab der Probelauf in den letzten zwei Wochen?

Wir sind mit den Ergebnissen durchaus zufrieden. Die Bauwerke und Anlagen haben alles gut überstanden und stehen jetzt für den wirklich harten Einsatz zur Verfügung.

Brachte das Hochwasser in der Weißeritz Schäden?

Auf der ganzen Strecke sind keine ernsten Schäden aufgetreten. Wir hatten einige kleine Ausspülungen, die werden jetzt repariert. Das war aber keine Überraschung.

Wie sieht es im Stollen aus?

Dort blieben Äste und Holzstücke liegen, die auch der Rechen nicht aufgehalten hat. Die räumen unsere Mitarbeiter jetzt raus. Die Wände sind in Ordnung.

Wie geht es an der Talsperre im Winter weiter?

Die Vorsperre ist jetzt leer. Hier wird noch aufgeräumt. Ab 29. Dezember wird wieder aufgestaut auf Normalhöhe, und mit diesem Wasserstand gehen wir in den Winter.

Gespräch: Franz Herz

 

Mittwoch, 31. Dezember 2008
(Sächsische Zeitung)

Vorsperre gefüllt

Klingenberg

Die Vorsperre zur Talsperre Klingenberg hat jetzt wieder ihre normale Stauhöhe erreicht, wie die Talsperrenmeisterei informierte. Nach den Probeläufen war die Vorsperre geleert worden, seit vergangener Woche ist sie wieder aufgestaut. So soll der Wasserstand den Winter über bleiben. (SZ/fh)