Page 3 - WKW Dorfhain
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ALLGEMEINES 
         

       TECHNISCHE DATEN 
         
        Die Wasserkraft wird an den Steilhängen zum Antrieb von zwei Francis‐Spiralturbinen der Firma J. M. Voit genutzt. 
        Jede der Turbinen hat eine Umdrehungszahl von 1015 Umdrehungen/Minute. Ihr maximaler Durchfluss beträgt 
        1400 Liter/Sekunde.  

        Der geringe ,Appetit' der Dresdner auf Trinkwasser führt allerdings dazu, dass nur ein Turbinen‐Generatorsatz mit 
        einer Durchflussmenge von 800 Litern Rohwasser/Sekunde für die Versorgung ausreicht. 

        Hingegen setzte der geringe Füllstand der Talsperre Klingenberg im Jahre 1990 der Abnahme Grenzen. Nur 300 
        Liter/Sekunde konnten gen Dresden geliefert werden. Auf gleicher Welle sind die Generatoren der Firma Siemens 
        an die Turbinen gekuppelt. Diese Asynchronmaschinen haben eine theoretische Leistung von 650 kW. Durch Ver‐
        schleiß im Laufe der 50 Jahre liegt die reelle Leistung bei 500 kW. Die Spannung der Generatoren beträgt 500 V 
        (870 Ampere). Ihr Wirkungsgrad liegt bei sehr guten 0.86%. 

        Der größte Rohrdurchmesser wird mit 1200 Millimeter angegeben. Das Bruttogefälle beträgt 58 m. 

       

       VORGESCHICHTE DES WASSERKRAFTWERKES 

        Das Wasserkraftwerk Dorfhain liefert seit 1944 Strom.  

        Begonnen hat alles aber schon viel früher und das Werk war sozusagen das Endergebnis einer Reihe von Ereignis‐
        sen, die sich bis in das Jahr 1897 zurückverfolgen lassen. 

        In diesem Jahr wurden die Täler der Wilden und der Roten Weißeritz von einem verheerenden Hochwasser heim‐
        gesucht. Die Folge waren schwere Schäden an Gebäuden, Straßen, Brücken, Ufereinfassungen und Produktions‐
        mittel bis hinunter nach Dresden. Außerdem gab es mehrere Menschenleben zu beklagen. 

        Um solche Katastrophen in Zukunft zu verhindern, wurden von der sächsischen Regierung verschiedene Maßnah‐
        men beschlossen. 

        Unter anderem wurden in den Jahren von 1908‐1914 die zwei Weißeritztalsperren Malter und Klingenberg gebaut. 

        Letztere stabilisierte die Wasserversorgung der zahlreichen sich im Tal befindlichen Mühlen und es tauchte bereits 
        hier der Gedanke auf, das Wasser der Talsperre für die Trinkwasserversorgung zu verwenden und es wurden klei‐
        nere Filteranlagen (das jetzige Wasserwerk Klingenberg) unterhalb der Staumauer errichtet. 

        Man verlegte eine 0,50 m starke Rohrleitung durch das Tal der Wilden und Vereinigten Weißeritz bis in die Lan‐
        deshauptstadt. Sie versorgte viele kleine Orte an der Weißeritz und einen kleinen Teil der Stadt Dresden. 

        Doch der erste Weltkrieg, die darauffolgende Inflation und die Weltwirtschaftskrise verhinderten zunächst weiter‐
        gehende Maßnahmen zur Nutzung der Talsperre. 

        Der steigende Strombedarf des Landes zeigt, daß die Stromversorgung verbessern mußte. Man brauchte neue 
        leistungsfähigere Kraftwerke und ließ diese auch entstehen. 

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