Page 6 - WKW Dorfhain
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       BAU UND INBETRIEBNAHME 
         
        1939 war Baubeginn. 

        Besonders interessant ist, dass die Bauarbeiten auf allen Teilabschnitten gleichzeitig vonstattengingen. 

        Es wurden der Stollen I von der Talsperre bis zur Winkelmühle und der Stollen II von der Winkelmühle bis zum 
        Wasserschloss in Großdorfhain aufgefahren. Das Tal zwischen Stollen I und II wurde mittels einer 1,20 m starken 
        Rohrleitung (Düker) überquert. 

        Vom Wasserschloss wurde ebenfalls eine 1,20 m dicke Rohrleitung quer durch Groß‐ und Mitteldorfhain (u. a. 
        heutiges Sportplatzgelände) bis in das Tal bei der Niedermühle verlegt ‐ ca. 900 m. 

        An dieser Stelle, der des alten Wehres von 1924/26, entstanden von 1940 bis 1943 die Gebäude des bis heute so 
        erhaltenen Wasserkraftwerkes Dorfhain. 

        Die Baugenehmigung zur 'Errichtung eines Turbinenhauses mit Schaltwarte, einer Werkstatt mit Nebenräumen, 
        einer Hochspannungsschaltzentrale und eines Wärterwohnhauses auf der Fläche des Jagens 116 des Tharandter 
        Staatsforstrevieres Flur Dorfhain' erteilte am 8. Januar 1940 der Landrat zu Dresden. Bauherren des Kraftwerkes 
        wie auch der Stollen‐ und Rohrleitungsanlagen war die 'Drewag'. Die Hochbauabteilung dieses Betriebes fügte das 
        Bauwerk architektonisch gut in die gegebene Landschaft der Weißeritz ein. 

        Die führenden Kräfte des Baus, sowie Projektierung und Bauleitung waren in deutscher Hand. 

        Die zwei Obermonteure Herr Stahl und Herr Max Lorenz waren für die Verbindung von Leitungen und Drähten und 
        das Schalten der Maschinen verantwortlich. Die vorhergehenden gröberen Arbeiten, wie Gräben ausschachten, 
        Schleusen verlegen und dergleichen wurden dagegen überwiegend von italienischen, französischen und zuletzt 
        auch von russischen Kriegsgefangenen unter deutscher Aufsicht durchgeführt, da zu der Zeit die deutschen Leute 
        zum Großteil selbst im Krieg dienten. 

        Am 1. Mai 1943 begann der Probebetrieb um eventuell auftretende Mängel und Fehler zuerkennen und noch vor 
        der endgültigen Inbetriebnahme zu beseitigen. 

        Zur Einweihung waren der damalige Gauleiter von Sachsen, Martin Mutschmann, die Chefs der damaligen 'Dre‐
        wag', Dr. Volkmar und Dr. Jentzsch, sowie die Chefs der Firma 'Ellinger und Geißler', als große Energieabnehmer, 
        anwesend. Von Seiten der Firma Voit/ Österreich nahm der Oberingenieur Herr Schaufelberger. welcher die Ver‐
        antwortung für den Einbau der Turbinen und deren Zulaufsysteme hatte, teil. 

        Der Probebetrieb ging am 4. Juli 1944 in einen Dauerbetrieb über. 

        Bis zur Fertigstellung des Werkes in Dresden‐Coschütz 1946 wurde das Wasser nur zur Stromerzeugung genutzt 
        und anschließend wieder in die Weißeritz abgeschlagen. Vor Inbetriebnahme des Wasserwerkes Coschütz wurde 
        für das Wasserkraftwerk Tharandt aus dem Wehr Dorfhain, sowie aus dem Seerenbach zusätzlich Wasser zur Er‐
        höhung der Energieleistung entnommen. 

        Mit Beginn der Trinkwasseraufbereitung in Coschütz wurde der Einlauf in Dorfhain mit zwei Flachschiebern ver‐
        schlossen. 

       DAS WASSERKRAFTWERK IM WANDEL DER ZEITEN 

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