Page 7 - WKW Dorfhain
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EIGENTUMSVERHÄLTNISSE 
         
        Anfangs gehörte das Dorfhainer Wasserkraftwerk der Wasserwirtschaft Dresden. Die ‚Drewag' war oberster Bau‐
        herr und übernahm die gesamte Finanzierung. 

        Nach Kriegsende 1945 ging das Werk zunächst in kommunalen Besitz über. Das heißt es gehörte der Stadt Dres‐
        den. Der damalige Oberbürgermeister Weidauer war der Chef des kommunalen Wirtschaftsbetriebes. 

        Zu Zeiten der DDR wurde das Wasserkraftwerk dann zu einem Volkseigenen Betrieb, es war Volkseigentum. Der 
        oberste Chef war der Minister Reichel. Für jeden Bezirk gab es einen eigenen Direktor, welcher die Wasserwirt‐
        schaften gegenüber dem Minister zu vertreten hatten. 

        Als im Zuge der Wende alles zusammenbrach wurde das Werk in Liquidation gegeben. Viele andere Werke trenn‐
        ten sich von der Wasserwirtschaft ab. So ging zum Beispiel Kamenz für sich alleine, andere bildeten den Weißeritz‐
        verband. 

        Dorfhain hat sich jedoch nicht abgespalten und ist jetzt noch das einzige Wasserkraftwerk der Umgebung, welches 
        sich in Obhut der DREWAG‐Stadtwerke Dresden GmbH befindet. 

        Das hängt damit zusammen, dass der Strom in Dorfhain nur Nebenprodukt vom Durchlauf des Wassers ist. Der 
        Strom wird an die ENSO weiterverkauft, während die anderen umliegenden Kraftwerke primär Strom produzieren 
        und deren Anlagen der Energieversorgung unterstehen. 

       

       DIE ARBEIT ‐ DAMALS UND HEUTE 
         
        Als erster Maschinist übernahm Max Lorenz nach der Inbetriebnahme des Wasserkraftwerkes die Verantwortung. 

        Er war bereits seit 1942 täglich von Dresden nach Dorfhain gekommen und hatte sich, als gelernter Elektriker, am 
        Aufbau der elektrischen Anlage beteiligt. Nachdem das Werk in Betrieb gegangen war zog er ganz ein. 

        Bis zum Kriegsende stand ihm ein Hilfsmaschinist zur Seite. Es handelte sich dabei um den 72 jährigen Rentner 
        Richard Kretzschmar. 

        Da noch Krieg war, fehlte es wie überall am Nötigsten. Die Maschinisten mussten Werkzeug, Putzlappen und ande‐
        re wichtige Dinge von zu Hause mitbringen, um ihre Arbeit ordentlich verrichten zu können. Ein Arbeitstag hatte 
        damals manchmal 16 Stunden und anschließend noch 8 Stunden Bereitschaft. Selbst an Wochenenden und Feier‐
        tagen musste ständig jemand im Werk sein. Der Monatsverdienst lag zu der Zeit bei 257,‐ Mark für 60 Arbeits‐
        stunden wöchentlich. 

        Heute haben die Angestellten einen glatten Achtstundentag und ihr Verdienst liegt um einiges höher. 

        Zur Aufgabe der Maschinisten gehört es nicht nur, die Maschinen zu bedienen, zu überwachen und zu warten. Sie 
        sind gleichzeitig auch Hausmeister. In dieser Funktion haben sie das Grundstück und die Gebäude in Ordnung zu 
        halten, die Heizung zu versorgen und die Außenanlagen ( die Wasserschlösser Dorfhain und Tharandt, die Schrote 
        Winkelmühle und Schwalbe), die sich auf der Strecke befinden, mitzubetreuen. 

        Die Tätigkeit der Angestellten im Wasserkraftwerk hat sich über die Jahre nicht großartig verändert. Sie hat sich 
        nur um einiges erleichtert durch Modernisierung der gesamten Anlage. 

        Früher wurden viel geschrieben. An den Messgeräten befanden sich Papierrollen, auf denen die Werte festgehal‐
        ten wurden. Die aufgezeichneten Daten mussten dann von den Arbeitern in Bücher eingetragen werden. Die Rol‐

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